Nashville vor historischem Rekord – Callaghan denkt ans Spiel, nicht an Bestmarken
Nashville SC kann gegen die New York Red Bulls MLS-Geschichte schreiben, doch Trainer BJ Callaghan legt den Fokus auf den Auftritt seines Teams statt auf Rekorde.
Nashville SC steht vor dem Spiel gegen die New York Red Bulls an diesem Wochenende an der Schwelle zur MLS-Geschichte. Trainer BJ Callaghan richtet seinen Blick jedoch weniger auf Rekorde als auf die Art und Weise, wie seine Mannschaft auf dem Platz auftritt.
Nashville, das den Supporters' Shield bereits sicher hat, kann mit einem Sieg im GEODIS Park den MLS-Rekord für die meisten Punkte in einer Saison einstellen. Callaghans Team steht derzeit bei 71 Punkten und würde mit dem 22. Ligasieg dieser Saison die 74-Punkte-Bestmarke von Inter Miami aus dem Jahr 2024 erreichen.
Am letzten Spieltag der regulären Saison trifft Nashville auf den FC Cincinnati und könnte die Chance, den Rekord allein zu brechen, somit bis ins letzte Spiel mitnehmen. Zuletzt hatte Nashville sich mit einem 0:0 gegen Philadelphia Union die Punkte geteilt und damit die Gelegenheit verpasst, der historischen Marke einen weiteren Schritt näherzukommen.
Dennoch betonte Callaghan, dass es ihm vor allem darum gehe, das Beste aus seinen Spielern herauszuholen, und hob hervor, dass seine Mannschaft trotz der emotionalen Achterbahnfahrt der vergangenen Wochen eine gute Leistung gezeigt habe:
„Wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen, und Rekorde sind nur die natürliche Folge dieser Herangehensweise. Wir werden uns etwas erholen und weiterhin eine gute Mannschaft aufs Feld schicken. Wenn man bedenkt, wie emotional intensiv die letzten 7 bis 10 Tage waren, bin ich stolz darauf, wie meine Spieler aufgetreten sind und gekämpft haben. Das Team hat mit gutem Tempo und einer großartigen Einstellung gespielt. Ich war mit unserer Herangehensweise auf dem Platz zufrieden, aber es gibt immer Dinge, die wir verbessern können.“
Bei den New York Red Bulls ist das Play-off-Ticket dagegen noch nicht gelöst. Das Team aus New York, das vor dem Gastspiel in Nashville auf Platz 10 der Eastern Conference liegt, könnte seine Hoffnungen auf die Play-offs an diesem Wochenende bei ungünstigen Ergebnissen begraben müssen. Unter der Woche hatten die Red Bulls gegen New England Revolution einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt und in der 64. Minute ausgeglichen, ehe sie sieben Minuten vor Schluss das entscheidende Gegentor kassierten und sich die Lage damit selbst erschwerten.
Red-Bulls-Trainer Michael Bradley, dessen Team in dieser Partie Expected Goals (xG) von 2,41 erzeugt und damit New Englands Wert von 1,89 übertroffen hatte, haderte mit der mangelnden Chancenverwertung im Angriffsdrittel:
„Das ist wirklich frustrierend. Wir sind eine gute Mannschaft; unser Spielplan, unser Stil und unsere Fähigkeit, das Tempo zu bestimmen – egal, gegen wen und wo wir spielen –, sind ziemlich gut. Aber wenn man als Team diesen großen Schritt machen will, muss man in den entscheidenden Momenten da sein. Wenn man so viel Aufwand betreibt, um im Strafraum große Chancen herauszuspielen, muss man diese Tore auch machen und die Aktionen zu Ende bringen.“
SPIELER IM FOKUS: Hany Mukhtar (Nashville)
Mukhtar gab beim torlosen Remis am Mittwoch zwei Schüsse ab und war damit der einzige Nashville-Spieler mit mehr als einem Abschluss, brachte jedoch keinen davon aufs Tor. Damit endete seine Serie von fünf MLS-Spielen in Folge mit jeweils mehr als einem Schuss aufs Tor.